Sonntag, 23. November 2014

Und jetzt auch noch der beste Käsekuchen: Mit Mandelkruste und Kirsch-Konfitüre, wooohooo!

Herrje und hallöchen, es gibt schon wieder Kuchen!!! Aber das muss einfach sein, denn dieser Käsekuchen ist der beste, den ich seit langem gegessen habe - wenn man halt Käsekuchen „mit noch irgendwas anderem dabei“ so gerne mag wie ich. Und außerdem habe ich ihn zum 92. Geburtstag unserer Omi gebacken, die sich am vorvorvergangenen Sonntag gewünscht hat, dass

a) ihre Enkelinnen zuerst mit ihr in die Kirche gehen (Oma rein ins Auto, standesgemäß für die Dorfälteste filmreif direkt vor den Eingang gefahren, eine hakt sie unter und führt sie zur Bank, Oma will in die erste Reihe, Hallelujah, Himmel hilf, die andere parkt solange die Karre, kommt dann ganz hinten zur Tür rein und macht ein oskarreifes Gesicht - wenn es sie gäbe, dann in der Kategorie „Best Drama“ - als ihr schwant, dass ihr eine unfreiwillige Einzelprozession durchs gesamte Kirchenschiff droht bevor sie am Platz ist) und danach

b) wir mit ihr essen gehen, wobei das Geburtstagskind einen halben Liter alkoholfreies Bier im Riesenhumpen ordert (die Hefe sei gut fürs Herz, sagt der Arzt), während die Nachbrut brav Fruchtschorle gluckert, was uns in dem winzigen Dorfrestaurant im fränkisch geprägten Norden Baden Württembergs die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der übrigen Gäste bescherte, denn die konnten das Bieretikett ja nicht lesen. Eine tolle Sause! ;-)

Der beste Käsekuchen der Welt


Wie dem auch sei, der Käsekuchen war auch deswegen so gut, weil ich mich ausnahmsweise mal fast ans Rezept gehalten habe (meine Freestyle-Käsekuchen sind quasi allesamt gescheitert) und weil er durch die Marmelade noch eine extrasüßsäuerliche Zulage und mit den Mandeln eine schöne Knusperkruste bekam. Für mich muss Käsekuchen fein zitronig schmecken, deswegen habe ich statt nur der geriebenen Zitronenschale noch ein wenig Zitronensaft an die Masse gegeben. So war er perfekt, nicht zuletzt auch deswegen, weil die Konsistenz schön schnittfest und genau so war, wie ein guter Käsekuchen für mich sein sollte. Uneingeschränkt empfehlenswert, tatatataaaaahhhh!

Der beste Käsekuchen der Welt



Hier kommt das Rezept für den besten Käsekuchen mit Mandelkruste

Zutaten für eine Springform mit Durchmesser 28 cm (Achtung, der Kuchen muss ein paar Stunden auskühlen, wenn also um 5 Gäste kommen, solltet ihr spätestens um 12 damit anfangen):

225 g Mehl
75 g + 1–2 TL Puderzucker
1 Päckchen Bourbon Vanillezucker
abgeriebene Schale + Saft von 1/2 unbehandelten Zitrone
Salz
150 g kalte + 250 g weiche Butter
250 g Zucker
6 Eier (Größe M)
2 Päckchen Puddingpulver "Vanille-Geschmack" (zum Kochen)
500 Magerquark
250 g Speisequark 20%
250 g Speisequark 40 %
(ihr könnte auch ein ganzes Kilo Magerquark nehmen, so steht es im Originalrezept, ich mische immer ganz gerne und schwöre darauf, dass der Kuchen so noch VIEL feiner schmeckt)
200 g Kirsch-Konfitüre
ca. 60 g Mandelblättchen
Mehl zum Ausrollen
Fett für die Form
Sonstiges: Frischhaltefolie

Der beste Käsekuchen der Welt


Für den Käsekuchenteig:
Mehl, 75 g Puderzucker, Vanillezucker, die Hälfte der abgeriebenen Zitronenschale, 1 Prise Salz, 150 g kalte Butter in Stückchen und 2 EL kaltes Wasser erst mit den Knethaken des Handrührgeräts, dann mit den Händen schnell zu einem glatten Teig verkneten. In Folie wickeln und mindestens 30 Minuten kalt stellen.

Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Springform leicht fetten. Etwa 300 g Teig auf bemehlter Arbeitsfläche rund ausrollen und auf den Formboden legen. Restlichen Teig halbieren und 2 ca. 34 cm lange Rollen formen. Die Rollen innen an den Formrand legen und mit den Fingern etwa 3 cm hoch andrücken. Den Teigboden mehrmals mit einer Gabel einstechen und im vorgeheizten Backofen auf der unteren Schiene ca. 20 Minuten backen.

250 g weiche Butter, Zucker, 1 Prise Salz und die übrige Hälfte der abgeriebenen Zitronenschale in eine große Schüssel geben und mit den Schneebesen des Handrührgeräts 2 Minuten verrühren. Eier und Puddingpulver miteinander verrühren, Quark und Zitronensaft unterheben und dann alles mit der Butter zu einer glatten Creme verrühren.

Den fertigen Mürbeteigboden aus dem Backofen nehmen. Temperatur auf 175 Grad herunterschalten. Mürbeteigboden mit Konfitüre bestreichen, die Quarkcreme daraufgeben und mit der Hälfte der Mandelblättchen bestreuen. Den Käsekuchen in den Backofen geben und ca. 1 1/4 Stunde backen. Nach etwa 30 und 50 Minuten Backzeit den Kuchen jeweils rundherum mit einem Messer vom Rand lösen. Den fertigen Kuchen 5–10 Minuten im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen.

Kuchen in der Form auf einem Kuchengitter etwa 4 Stunden auskühlen lassen, je länger, je besser. Die restlichen Mandelblättchen in einer Pfanne ohne Fett rösten, sofort herausnehmen und auskühlen lassen. Kuchen aus der Form lösen, mit Mandelblättchen bestreuen und mit 1–2 TL Puderzucker bestäuben. Die Inspiration für den Kuchen stammt von lecker.de 

Der beste Käsekuchen der Welt


Hach ja, es klingt nun zum Schluss ein bisschen (ok, ein bisschen sehr) pathetisch, aber knuddelt eure Lieben, solange sie noch da sind. Redet mit ihnen, schließt Frieden, lasst euch erzählen, merkt euch die Geschichten, die Gesten, das Lachen (die Rezepte! ;-)). Denn die Erinnerung bleibt, wenn sie irgendwann eben nicht mehr da sind. Viel zu oft müssen viel zu viele von uns in letzter Zeit erfahren, dass Menschen von dieser Welt gehen, mit denen man noch so viel erleben wollte. Das macht einen oft bestürzt, manchmal wütend, immer traurig, auch wenn man weiß, dass es der Lauf der Dinge, des Schicksals ist und man dankbar sein darf (und es auch ist) für die Zeit, die man miteinander erlebt hat. Dennoch, man möchte die Menschen, die man liebt, nie nie nie verlieren und wünscht sich, dass sie hundert Jahre alt werden. Hundertvierundzwölfzig! Mindestens!! Darauf ein Stück Käsekuchen! :-) Habt eine schöne Woche & bis bald!

Montag, 27. Oktober 2014

Mein neuer bester Apfelkuchen mit Marzipanstreuseln und Zimt: Die inneren Werte zählen

Amen, ja, ich sage euch, die Welt braucht ein weiteres Apfelkuchenrezept und zwar dieses hier! „Der Kuchen ist sehr mürbe und bricht leicht“, so steht es im Originalrezept als mahnender Hinweis und was den einen oder anderen vielleicht tatsächlich ein bisschen abschrecken könnte, war für mich quasi DAS Stichwort. Denn es gibt doch kaum etwas Schöneres als knuspriger Mürbeteig und dieser Apfelkuchen hier kommt mit dem mürbsten aller mürben Mürbteige daher, der so mürbe ist, dass aber sowas von ein 1a-Krümelmonsterfeeling in eurem Mund aufkommt, wenn ihr es denn schafft, ein Gäbelchen vom Apfelkuchen bröselfrei dort hin zu bugsieren. Aber don´t panic, meine Kaffeegäste und ich haben es alle ohne größere Zerfallkatastrophen hinbekommen, waren selig und wollten unbedingt noch ein Stück vom Kuchenkeks. Mmmhhhh, und dann noch diese Marzipanstreusel mit Zimt (die allein schon so unartig suchterzeugend sind, dass ich mir geschworen habe, irgendwann ein ganzes Blech nur voller Streusel zu machen und an diesem Tag nichts anderes zu essen, was für ein Fest!!!). Ach, ihr merkt schon, das war ein guter Kuchen. ;-)

Bester Apfelkuchen mit Marzipanstreuseln und Zimt

Hier kommen die Zutaten für 1 Blech "Apfelkuchen mit Marzipanstreuseln und Zimt"
1,8 kg Äpfel
½ Zitrone
200 Milliliter Apfelsaft
1 EL Zucker
1 TL Zimt

Für den Teig
200 Gramm Mehl
200 Gramm gemahlene Mandeln
100 Gramm Zucker
1 TL Backpulver
1 Ei
1 Prise Salz
200 Gramm weiche Butter
abgeriebene Schale von 1/2 Zitrone

Für die Marzipan-Streusel
180 Gramm Marzipan-Rohmasse
125 Gramm Butter
225 Gramm Mehl
150 Gramm Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz

1 EL Zucker
1/2 TL Zimt

Fett fürs Blech
Mehl zum Bearbeiten

Bester Apfelkuchen mit Marzipanstreuseln und Zimt


Zubereitung
Für den Apfelkuchenbelag:
Äpfel schälen, vierteln und entkernen. Apfelviertel in Spalten schneiden. Zitrone heiß abspülen, trocken tupfen und die Schale abschälen. Äpfel, Apfelsaft und Zitronenschale in einen weiten Topf geben, ein paar Spritzer Zitronensaft (nicht mehr als 2 EL, kommt ein bisschen auf die Säure eurer Äpfel an), Zucker und Zimt darauf verteilen und mit Deckel etwa 5-10 Minuten dünsten. Äpfel in ein Sieb geben, abtropfen und auskühlen lassen. Den Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

Für den Apfelkuchenteig:
Alle Zutaten für den Teig mit dem Handrührer zu einem Teig verkneten. Backblech mit Backpapier auslegen, die Ränder gut einfetten. Den Teig auf dem Blech verteilen, das klappt am besten mit leicht bemehlten Händen, ihr drückt den Teig quasi in die Form. Dabei einen kleinen Teigrand hochziehen. Teigoberfläche mit einer Gabel mehrmals einstechen und im vorgeheizten Backofen 10 Minuten vorbacken.

Für die (unglaublich leckeren Marzipan)Streusel:
Marzipan grob reiben oder mit einem großen Messer fein zerhacken. Butter in einem kleinen Töpfchen schmelzen. Alle Streuselzutaten in einer Schüssel mit den Händen zu Streuseln verkrümeln. Die gut abgetropften Äpfel auf dem Blech bzw. Teig verteilen, mit Zimt und Zucker bestreuen und die Streusel daraufkrümeln. Kuchen im Backofen etwa 15 Minuten fertigbacken. Nach dem Backen den Kuchen direkt auf dem Blech mit einem scharfen Messer in Stücke schneiden, so lässt er sich nachher besser verteilen.

Bester Apfelkuchen mit Marzipanstreuseln und Zimt


Wenn ihr auch solche "Mürbheits"fanatiker seid wie ich, kann ich euch allerwärmstens mein Zimt-Shortbread ans Herz legen. Sind zwar eigentlich Weihnachtsplätzchen, aber ach, wir trinken ja auch Crémant in Hessen. ;-) Und abgesehen davon ist es auch gar nicht mehr so lange hin bis zur Weihnachtszeit.
Und wenn ihr doch lieber einen Apfeluchen "mit weniger Thrill" backen wollt, einen, der bombenfest auf der Gabel thront wenn ihr ihn zum Mund führt, aber der dennoch riiichtig gut schmeckt, dann schaut mal hier: 

Elsässer Apfelkuchen: Hier geht´s zum Rezept

Spanischer Apfelkuchen: Hier geht´s zum Rezept

Französische Apfeltarte: Hier geht´s zum Rezept

Ich wünsche euch allen einen guten Wochenstart, bis demnächst! :-)

Montag, 13. Oktober 2014

Vegetarische Moussaka: Fetakäse, Fetakäse, FE-TA-KÄ-SE!

Mindestens einmal pro Monat gehen wir zu unserem Lieblingsgriechen, um - man kann es nicht anders sagen - der Völlerei zu frönen. Was wir anders machen als alle anderen und was ich euch zumindest in griechischen Restaurants nur wärmstens ans Herz legen kann: Niemals bestellen wir ein Hauptgericht. Immer nur griechische Vorspeisen. Wegen dem Genuss und dem „gemütlichen herumpicken“. Und niemals sitzen wir uns gegenüber. Immer nebeneinander. Wegen der Liebe.
Und nicht, dass ihr denkt, nur Vorspeisen zu essen wäre doch irgendwie spartanisch! Mit diesem Aspekt griechischer Kultur haben wir was Essen betrifft bitteschön nichts zu tun, im Gegenteil: Gegrillte Pepperoni, Dolmades, Riesenbohnen mit Tomaten und Fetakäse, gebackener Fetakäse, gegrillter Fetakäse, Miesmuscheln mit Chili und Fetakäse (heaven on a plate! omg! lecker!!!), knusprige Bratkartoffelchips, Tsatsiki, Krautsalat, kleine feine Lammkoteletts, ein Putenspießchen, ein kleines Häufchen Gyros, gebackene Auberginen mit Fetakäse, gegrillter Oktopus, Oliven und schmatzig-weiches Weißbrot, das alles steht auf kleinen Tellerchen zu einem Meer von Leckereien vereint vor unserer Nase. Und dazu ein kleines Fläschchen Pilavas, unser Lieblingsouzo, griechischer Landwein und Bier.



Nun mag ich griechisches Essen ohnehin schon wahnsinnig gerne, weil man ja in kaum einem anderen Land SO un-effin-glaublich viel FETAKÄSE verdrückt. Kaum zu glauben, dass ich als lebendes Mahnmal des allmächtigen Fetakäsefans noch nie dort war und noch viel weniger, dass ich noch nicht einmal DAS griechische Nationalgericht schlechthin gegessen habe: Moussaka. Zwar ist da normalerweise gar kein Fetakäse drin, aber glücklicherweise kann man ja kochen, was man möchte, also kommt hier eine wunderbar feine Variante, nämlich eine vegetarische Moussaka mit viiiiel Fetakäse und cremigem Kartoffelpüree statt schnöden Kartoffelscheiben.



Hier kommt das Rezept für die vegetarische Moussaka für 2-3 Personen:
3 Kartoffeln
Salz
1 Eigelb
1 Aubergine
Olivenöl
1/2 Chilischote

1 kleine Konlauchzehe
2 große Tomaten
Pfeffer
2 Stengel Rosmarin
150 g Fetakäse

 
Kartoffeln schälen und in gesalzenem Wasser weich kochen. Abgießen, ausdampfen lassen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Mit Eigelb vermengen und mit Salz abschmecken.

Backofen auf 200 Grad vorheizen. Auberginen in Scheiben schneiden. Einen guten Schuss Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Chilischote darin anbraten, Auberginenscheiben hinzugeben und braten, bis sie leicht bräunen und gar sind, kurz vor Ende Knoblauch fein hacken und noch kurz mitbraten, aufpassen, dass er nicht verbrennt. Tomaten in Scheiben schneiden und leicht salzen und pfeffern.

Die Hälfte vom Kartoffelpüree in einer Auflaufform verstreichen. Eine Schicht bzw. die Hälfte der Auberginen darüber geben, darüber die Hälfte der Tomatenscheiben, dann die Hälfte vom Schafskäse darüberbröckeln. Dann mit der jeweils zweiten Hälfte das ganze noch einmal wiederholen und mit Schafskäse abschließen. Rosmarinstängel dazugeben und noch einmal pfeffern. Im vorgeheizten Backofen 30 Minuten überbacken.




Wenn ihr mal in Darmstadt seid und Lust auf griechisches Essen habt, könnt ihr ja mal beim Poseidon vorbeischauen. Lasst euch von der etwas, äh … „schlichten“ Homepage nicht abschrecken, sagt einfach ihr möchtet gerne in etwa so essen, wie die zwei Freaks, die immer nur Vorspeisen bestellen und dazu so viel trinken. Am besten schreibt ihr mir vorher ne Mail, wir kommen immer gerne mit. ;-)